Letztes Feedback

Meta





 

Unerwartete Wendungen

Ich hab jetzt ziemlich lange überlegt was in meinem zweitem Eintrag stehen soll. Ich schreibe dann wenn es mich einfach überkommt...dieses Gefühl sich mitteilen zu müssen.

 

Um mal ein wenig zu meiner Person zu sagen:

Ich bin 26 Jahre alt, hab einen Realschulabschluss mit 2,7 gemacht, bin auf weiterführende Schulen gegangen, war bei der Bundeswehr, hab Jahre lang versucht eine Ausbildungsstelle zu bekommen und 2010 endlich angefangen eine Ausbildung zu machen. Als Augenoptiker.

So weit so gut.

Das ist das was man in Bewerbungen reinschreibt, was "wichtig" im Leben ist so wie mir das als Kind immer eingetrichtert wurde.

Aber da steckt ja noch mehr hinter...all die Jahre habe ich ja mehr getan als in der Schule zu sitzen und Bewerbungen zu schreiben.

 

Also kommt jetzt der spannendere Teil:

Ich war so ziemlich bis zur 10. Klasse der Ausenseiter, ein Mauerblümchen...Klamotten von Takko und die Haare von Mama geschnitten. Ich hatte schon den ein oder anderen Freund aber beliebt war ich nie. In der 9. Klasse bin ich dann sitzen geblieben und habe sogleich die schlimmste Klasse erwischt, die man sich vorstellen kann. Ca. 20 Schüler, davon 16 Arschlöcher und 3 Außenseiter. Ich als Neuankömmling kannte einen der Schüler ziemlich gut, war ein Kumpel aus früheren Zeiten. Die Außenseiter wurden nicht gemobbt, nein das war zu wenig...sie wurden regelrecht tyrannisiert. Bis aufs äußerste! Sowas hatte ich noch nie gesehen. Jetzt stand ich da und hatte die Wahl. Würde ich mich wie ein Arschloch benehmen würde ich vom Großteil der Klasse akzeptiert werden. Ich entschied mich dagegen und gesellte mich zu den 3 Außenseitern. Ich fand Ungerechtigkeit und Mobbing schon immer zum Kotzen. Ich bekomme so schnell Mitleid mit Menschen, die gehänselt und verspottet werden. So hatte ich 2 weitere harte Jahre als selbst gewählter Außenseiter zu meistern.

Dann passieten 4 Dinge gleichzeitig. Ich beendete die Realschule mit einem guten Durchschnitt von 2,7 (sitzen geblieben bin ich mit vier fünfen), wurde endlich 18, kam auf eine völlig fremde Schule und lernte meinen heute noch besten Kumpel kennen. Das war bis dato der größte Wendeunkt meines Lebens. Meinen besten Kumpel muss man sich so vorstellen: 4 Jahre älter, eigene Bude, eigenes Auto, kannte viele hübsche Mädels, war gut gestylt, für jeden Scheiß zu haben, immer gut drauf und ein Partylöwe. Das Schicksal wollte anscheinend, dass wir uns begegnen, denn als ich ihn kennen lernte machte ich die 180°-Wendung vom Feinsten. Ich ging zum Frisör, ließ mir einen Irokesen bis in den Nacken machen mit Strähnchen. Ich fuhr fast jedes Wochenende weg in die Disco. Dann kam die Loveparade, Techno-Events bis zum Abwinken. Mein Selbstbewusstsein stieg ins Unendliche. Ich lernte zu tanzen und zu flirten. Legte meine Scheu anderen Menschen gegenüber ab und ließ es Krachen, nahm Drogen und feierte ganze Wochenenden durch, schwänzte ab und zu die Schule um saufen zu gehen und fühlte mich wie ein neuer Mensch. Auf meiner neuen Schule erfand ich mich selber neu. Ich dachte mir "Hier kennt mich keiner, hier kann ich sein wer ich will!" Und es funktionierte...ich war beliebt und anerkannt in der Klasse. Ein völlig unbekanntes Gefühl. Es. war. Perfekt!

Meine Eltern sind sehr führsorglich muss man an dieser Stelle anmerken. Meine Mutter sagte mir immer ich solle mein Lebensziel nie aus den Augen verlieren und sie versuchte mir immer zu erklären, was passiert wenn ich so weiter mache mit meinem Leben. Eigentlich sagen das ja alle Mütter und eigentlich versteht es ja kein Kind so wirklich was da geredet wird. Meist bis es zu spät ist. So auch ich. Mir war das völlig egal. Ich wusste es zu schätzen, dass meine Eltern immer hinter mir standen und feierte so fröhlig weiter. Mir war Party und Freunde wichtiger als  allse Andere. Ich sagte immer "Freunde kann man sich aussuchen, Familie nicht" und stellte Menschen, die ich kaum kannte über meine Familie. Ich gründete eine private Tanzgruppe. Wir tanzten zu Techno auf Events und wurden immer mehr. Ich geriet in eine Beziehung und Party war mir trotzdem wichtiger. Sie wurde eifersüchtig auf meine Crew und irgendwann trennte ich mich von ihr in dem Gedanken das Richtige zu tun. Sie wollte doch eigentlich nur zuneigung und einen 23 Jahre alten Freund der mal ein wenig Verantwortung übernimmt. Stattdessen habe ich ihr nach 2 1/2 Jahren Beziehung das Herz gebrochen. Und trotzdem hielt ich mich für einen prima Kerl weil ich meine Fehler nicht sah. Ich vögelte durch die Gegend. Durch Zufälle kam ich immer zu irgendwelchen Mädels. Vorgemacht habe ich denen nie etwas. Keine Liebeserklärungen und dann Tschüss. Es war immer klar, dass es nur Sex war. 'So viel Anstand muss sein' dachte ich. Dann nahm ich mir meine erste eigene Wohnung, feierte dort mit meinen Freunden die ganze Nacht...teilweise kamen 20 Leute zu Besuch und ich fands ok. Ausbildung war wichtig aber Nebensache. Hauptsache ich bin beliebt.   

 

 

Fortsetzung folgt...

27.8.13 23:04

Werbung


bisher 0 Kommentar(e)     TrackBack-URL

Name:
Email:
Website:
E-Mail bei weiteren Kommentaren
Informationen speichern (Cookie)


 Smileys einfügen